Das ganz große Glück hat unser Spender Jens auf einer Reise in die USA gefunden. Als sein Patient den Highschool-Abschluss feierte, stand Jens stolz an dessen Seite. Zum Weltglückstag erzählen wir euch die Geschichte von Jens und Alejandro, der heute ein glückliches Leben führen darf.
„Neben ihm in seiner Robe und dem typischen Hut zu stehen, das war so ein schönes Gefühl. Eine echte Glücksgefühle-Explosion!“
Acht Jahre alt war Alejandro Baca Junior aus New Mexico, als er seinem Lebensretter zum ersten Mal begegnete. Jens Pinto Christmann, damals 28, nutzte eine Dienstreise in die USA, um den Empfänger seiner Stammzellspende in der Schule zu überraschen. Ein magischer Moment für die beiden und ihre Familien! Beim Abschied sagte Alejandros Mutter Leann: "Zu seinem Highschool-Abschluss musst du wiederkommen."
Und Jens hielt sein Versprechen: Als Alejandro endlich seinen Absolventenhut tragen durfte, stand Jens voller Stolz und Glück an seiner Seite.
Schon im Alter von vier Monaten erhielt Alejandro die Diagnose Wiskott-Aldrich-Syndrom, ein seltener genetischer Defekt. Eine Stammzellspende war seine einzige Überlebenschance. Nach einer weltweiten Suche fanden wir den perfekten Spender: Jens Christmann aus Ingelheim am Rhein. Er hatte sich bereits mit 17 Jahren bei einer Aktion an seiner Berufsschule registrieren lassen.
"Die Tage nach der Operation 2007 waren ein bisschen unangenehm", erinnert sich Jens. Damals wurden die Stammzellen unter Vollnarkose aus dem Beckenknochen entnommen. Heute läuft die Spende in mehr als 90 Prozent der Fälle über eine ambulante Entnahme, ähnlich einer Dialyse. "Aber als ich erfuhr, dass mein Empfänger ein kleiner Junge ist, war das einfach nur spektakulär. Ich habe mich so gefreut, ihm eine zweite Chance geben zu können!"
2015 war es dann endlich so weit: Das erste Treffen in Bernalillo, New Mexico! Alejandros Mutter und seine Tanten hatten alles heimlich organisiert. Jens war beruflich in Texas und nutzte einen Feiertag, um seinen Empfänger zu besuchen. Alejandro wusste von nichts. "Plötzlich gab es eine große Party zu meinen Ehren", lacht Jens. "Ehrlich gesagt, war mir das ein bisschen unangenehm – ich hatte ja nicht viel geleistet. Ich wollte einfach nur helfen."
2018 sahen sich Alejandro und Jens wieder. Dieses Mal war Jens privat unterwegs und machte auf dem Heimweg von Peru einen Zwischenstopp. Alejandro war inzwischen zwölf Jahre alt und hatte einen ordentlichen Wachstumsschub hingelegt. "Bei den Bacas werde ich als Familienmitglied betrachtet", erzählt Jens. "Alejandro und seine Geschwister sagen immer: 'Das ist unser ältester Bruder.'"
Dann, im vergangenen Jahr, stand Jens ein drittes Mal in New Mexico – diesmal extra für Alejandros Highschool-Abschluss. "Es ist immer noch ein bisschen unangenehm, im Mittelpunkt zu stehen", sagt er schmunzelnd. "Aber es ist ein verdammt cooles Gefühl, Alejandro zu treffen und zu sehen, was dieser kleine Eingriff von mir in seinem Leben bewirkt hat."
Wie schon bei den vorherigen Treffen entstand wieder ein gemeinsames Foto – immer in der gleichen Pose. Doch mittlerweile ist Alejandro größer als Jens! Heute studiert er Automobiltechnik in New Mexico und verbringt seine Freizeit am liebsten mit Autos oder bei College-Sportevents.
Es ist nun auf den Monat genau 18 Jahre her, dass Jens seine Stammzellen gespendet hat. 18 Jahre, in denen Alejandro sich ins Leben zurückkämpfte und es nun in vollen Zügen genießt. Geschichten wie diese zeigen uns, wie viel der Einsatz unserer Spenderinnen und Spender bewirken kann.
Für Alejandro bedeutete Jens' Spende ein ganzes Leben – und für Jens selbst eine Reihe von "Glücksexplosionen", wenn er sieht, was daraus geworden ist.